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Herbert Vetter

Grundstücksverkäufe zur Sanierung des Haushaltes oder zur Schaffung einer Einrichtung zur Kinderbetreuung?

Bürgermeister Stolz ist da anderer Meinung. Man kann verstehen, dass er bei über 70 Millionen Schulden sparen will und erst einmal alles zu Geld machen möchte, was möglich ist. Da wäre ja auch viel möglich: Außenstände in sechsstelliger Höhe an Steuern und Abgaben einholen, Ausgaben für  die vielen „Events“ (Veranstaltungen) kürzen oder ganz streichen, Schadensersatzforderungen für Pfusch am städtischen Bau realisieren….  Aber es soll nun Haitzer Tafelsilber unter den Hammer! – Zwei bis drei Bau-plätze, die ursprünglich für den Parkplatz Mehrzweck-halle gedacht waren, - hier ist man gesprächsbereit und will etwas für Parkfläche übrig lassen - sowie ein Grund-stück Ende Forsthausstraße in bester Lage am Wald, das noch aus dem Besitz der Gemeinde Haitz stammt.

Haitz wurde vor 41 Jahren an die Stadt Gelnhausen angeschlossen. Als einziger Stadtteil verfügen wir weder über eine Grundschule (das ist Sache des Kreises), noch über eine Kindertagesstätte oder Krippe. Das bringt erhebliche Nachteile für Kinder und Eltern und damit auch eine Ungleichbehandlung der Haitzer Mitbürgerinnen und Mitbürger.

  • Seit Jahrzehnten müssen Haitzer Eltern und Alleinerziehende erheblich größere Wege zu den Einrichtungen zurücklegen und damit hohe Kosten und Zeitaufwand auf sich nehmen. Wo Transportmöglichkeiten fehlen, bleiben die Kinder zuhause (die CDU will das sogar noch mit einer „Herdprämie“ fördern). Ergebnis: Die Kinder sind dann in der Schule benachteiligt.
  • Die jetzige Aufteilung der Haitzer Kinder auf sieben und mehr Gelnhäuser Kindergärten bringt bei der Einschulung Nachteile, denen alle anderen Kinder (außer Taubengarten) nicht ausgesetzt sind, die KITA und Grundschule zusammen im Stadtteil haben.
  • Wenn aber im Stadtteil keine gemeinsame vorschulische Einrichtung ist, lernen sich die Eltern des Stadtteils auch untereinander kaum so kennen, wie das für ein intaktes Gemeinwesen erforderlich ist. Vereinsleben, Bildung von Initiativen, Solidarisierung und eine gemeinsame Identität als Bausteine eines intakten Stadtteil-lebens werden weitgehend verhindert.

Es ist an der Zeit, diesen Zustand zu beenden. Bürgermeister und die Mehrheitsfraktion SPD wollen 40 neue Krippenplätze schaffen, das ist gut.  Da könnte man die erforderlichen 1,2 Millionen – die Hälfte wird als Zuschuss  gewährt- etwa halbieren und mit dem Erlös des Verkaufs des Grundstückes Forsthausstr. nun   auch für die etwa 20 – 25 Haitzer Kindergartenkinder sowie evtl. 6 – 10 Krippenkinder eine Haitzer Einrichtung schaffen. Es gäbe keine Mehrkosten, als bei der mit erheblichen Nachteilen verbundenen Erweiterung der 40 zusätzlichen Plätze in der Enge der vorhandenen Einrichtungen. (Es fiel schon das Wort „Käfighaltung“!) Oder sollen Haitzer Eltern wie bereits angekündigt nun Krippenkinder nach Hailer oder gar Meerholz mit täglichen 20 km Fahrweg bringen, weil Höchst schon überbelegt ist? Wenn Gelnhausen eine „Familienstadt“ ist, wie es ständig in den Zeitungen zum Besten gegeben wird, dann muss das auch für Haitz gelten, der jetzige Zustand lässt uns außen vor!     

Was man noch wissen sollte: Haitz hatte beim Zusammen-schluss vor 41 Jahren zusätzlich 2 Sozialwohnblocks vertraglich zugesichert bekommen. Die wurden nie gebaut. Stattdessen wurden die drei vorhandenen von der zuvor regierenden CDU verscherbelt, um Haushaltslöcher zu stopfen. In den vierzig Jahren wurden als einzige Hochbau-maßnahmen  der Bühnenanbau der Mehrzweckhalle sowie die Feuerwehrhauserweiterung durchgeführt, während andernorts weit über 100 Millionen Mark und Euro in Hallen, Kindergärten, Hilfeleistungseinrichtungen usw. flossen (was wir gar nicht in Frage stellen!).

Gerechtigkeit für Haitz!

Herbert Vetter, Ortsbeiratsmitglied, Dorfstr. 19 herbie-vetter@gmx.de  Fspr.  3776