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Andreas Müller

LINKE Kreistagsfraktion und Landtagsabgeordnete Barbara Cardenas unterstützen DGB Initiative zum Gedenken an den 88er Prozess

Der DGB Ortsverband hat die Initiative ergriffen um anlässlich der 80. Wiederkehr des sogenannten 88er Prozesses in Maintal ein Gedenken zu setzen. Im Jahre 1935 wurden vor dem Oberlandesgericht in Kassel 88 Gegner des nationalsozialistischen Regimes aus Hanau und Umgebung wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt. Der DGB hat mehrere Gründe, weshalb er in Maintal dieses Gedenken initiiert hat:

 

  • Neun der im so genannten 88-er Prozess Angeklagten kamen aus Dörnigheim.
  • Es gibt in Maintal keine Erinnerung an den Widerstand aus der Arbeiterbewegung gegen die Nazis.
  • Es sollte auch in Maintal öffentlich sichtbar sein, dass es Widerstand gegen das damalige Unrecht gab.

 

Der DGB, Ortsverband Maintal, möchte deshalb inMaintal-Dörnigheim wird der Platz vor dem Frankfurter Hof (Kennedystraße/Einmündung Karl-Leis-Straße, Frankfurter Straße und Hasengasse) nach Käthe Jonas benennen. Der Name Käthe Jonas steht dabei stellvertretend für alle Angeklagten des 88er-Prozesses. Anlässlich der Umbenennung wird auf dem Platz eine Tafel zum Gedenken an den 88er-Prozess angebracht. Des Weiteren solle eine Veranstaltung zur Erinnerung an den Widerstand gegen die Naziherrschaft und dem Verfahren durchgeführt werden. Dies solle im Frühjahr 2015, genau 80 Jahre nach dem Prozess, geschehen. Dazu solle ein Vorbereitungskreis mit Vertretern der Stadt, der Kommunalpolitik, dem Brüder-Schönfeld-Forum und interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Leben gerufen werden.

 

Käthe Jonas aus Dörnigheim war die Hauptangeklagte im genannten Prozess. Ihr Verfahren wurde aus gesundheitlichen Gründen abgetrennt. In dem gesonderten Prozess erhielt sie später die Höchststrafe von drei Jahren Zuchthaus. Unter den anderen 87 Verurteilten waren auch der Ehemann, der Vater und zwei Brüder von Käthe Jonas. Neun der von den Nazis Angeklagten kamen aus der Gemeinde Dörnigheim.

 

Neben verschiedenen Funktionen in Maintal, war Käthe Jonas auch auf Kreisebene aktiv. Sie gehörte dem Beirat des Kreiswohlfahrtsausschusses und dem Ausschuss für die Betreuung der politisch, rassisch und religiös Verfolgten im Landkreis Hanau an. Im Jahr 1966 gründete Käthe Jonas mit anderen Kameradinnen die Lagergemeinschaft Ravensbrück, deren langjährige Vorsitzende sie war.

 

Der DGB Maintal schlägt aus diesen Gründen Käthe Jonas stellvertretend für alle damals Verfolgten vor, um dem Widerstand gegen die Nazi-Herrschaft auch lokal einen Namen und ein Gesicht zu geben.

 

Dem schließen sich die Kreistagsfraktion der LINKEN im Main Kinzig Kreis und die Landtagsabgeordnete Barbara Cardenas an und regen an, solche Aktivitäten auch im Main Kinzig Kreis zu entwickeln. Dies insbesondere, da die 88 Wider­standskämpfer/innen die Anfang Mai 1935 verhaftet wurden, aus Hanau und der Umgebung stammten. Sie wurden im Fronhof ein­gesperrt und teilweise bestialisch gefoltert. Nach Ablauf ihrer Freiheitsstrafen wurden einige von ihnen in KZs verschleppt, andere zur Zwangsarbeit, z.B. in der „Organisation Todt“ gezwungen. 54 Kommunisten, vier Sozialdemokraten und 30 Par­teilose standen in diesem Prozess vor dem Oberlan­desgericht Kassel.