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Echte Sicherheit, statt Sicherheitsgefühl bei der S-Bahn Rhein-Main

Die verkehrspolitische Sprecherin der LINKEN Bundestagsfraktion Sabine Leidig (MdB) und der verkehrspolitische Sprecher der Kreistagsfraktion Main-Kinzig Andreas Müller fordern den Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV auf endlich für echte Sicherheit zu sorgen statt den Fahrgästen nur ein Sicherheitsgefühl vorzuspielen. Die Direktkandidaten der LINKEN in den Wahlkreisen des Main-Kinzig-Kreises 175 und 180 kritisieren die Vergabepraxis des RMV heftig und verlangen Nachbesserungen bei der Sicherheit für Fahrgäste und Beschäftigte.

Hintergrund dafür ist, dass die Geschäftsführung des RMV großspurig ankündige, bis spätestens Ende des Jahres, Sicherheitskräfte in allen Bahnen schon ab 20 Uhr einzusetzen aber aus Kostengründen lediglich ein subjektives Sicherheitsgefühl vermittelt werden solle. Wirkliche Sicherheit koste Personal und damit Geld und genau das soll gespart werden, so die Kritik der LINKEN. So sollen die Männer und Frauen, die man im ersten Wagen der S-Bahn antrifft, zwar Beschwerden annehmen und weiterleiten und auch deeskalierend wirken, aber eingreifen dürfen sie nicht. Im Falle eines Falles ist lediglich die Leitstelle zu informieren. "Da wird auf dem Rücken der Beschäftigten und der Fahrgäste gleichermaßen am falschen Ende gespart", so die Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig. Ihr Kollege Müller ergänzt: "Ein gravierender Unterschied liegt vor allem in der Bezahlung. Denn echtes, ausgebildetes Personal wird natürlich entsprechend entlohnt. Aber die Kolleginnen und Kollegen, die zurzeit in den S-Bahnen mitfahren, werden als Servicepersonal bezahlt. Sie werden zwar wie echtes Sicherheitspersonal verkleidet, bzw. sind sogar ausgebildet und auch mit Schlagstock und Pfefferspray ausgestattet, nur dürfen sie diese nicht benutzen. Außer, sie werden selbst angegriffen. Denn, wären sie als Sicherheitspersonal unterwegs, verlangt die Berufsgenossenschaft zwingend Doppelstreifen um sich gegenseitig unterstützen zu können. Damit kommen die Beschäftigten in ein Zwickmühle, sie dürfen laut Dienstvorschrift nicht eingreifen, müssen es aber, sonst stehen sie wegen unterlassener Hilfeleistungen vor dem Kadi. Dies ist eine unhaltbare Situation für die Beschäftigten. Um die zwingende zweite Stelle einzusparen, wird den Beschäftigten per Dienstanweisung untersagt Sicherheitsleistungen zu erbringen und obendrein werden sie auch noch schlechter bezahlt."

Sabine Leidig fordert deshalb den RMV auf in den Ausschreibungen genaue Standards vorzugeben, es nütze wenig, wenn zwar vorbildlich Tariftreue gefordert wird, man aber ein Scheunentor offen lassen, um die tarifgerechte Bezahlung von Sicherheit zu umgehen und als einfachste Serviceleistung einzustufen. Der RMV sei in der Pflicht für echte Sicherheit mit Doppelstreifen zu sorgen und dafür ausgebildetes und als solches bezahltes Personal von den Betreiberfirmen zu verlangen, so Leidig.