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Querblick Nr. 19
Der erste QUERBLICK 2011 schaut auf 100 Jahre Internationaler Frauentag, erzählt von den Anfängen, den Kämpfen der Textilarbeiterinnen in St. Petersburg und New York. Von den Streiks heute der Näherinnen zwischen Bangladesch und Bulgarien, beleuchtet Erfolge und Forderungen von Frauen zwischen gestern und heute. Der QUERBLICK zum Internationalen Frauentag mit Porträts, Gesprächen, Berichte, Informationen, Film- und Bücherempfehlungen und Veranstaltungstipps.


DIE LINKE verbindet die Erfahrungen der bundesdeutschen Frauenbewegung mit denen des Frauenaufbruchs der Wendezeit in der DDR. Wir wollen die immer noch vorhandene gesellschaftliche Dominanz von Männern über Frauen überwinden und streiten für die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Dabei gehen wir innerparteilich mit einer 50%igen Mindestquotierung in allen Gremien, bei Mandaten und Funktionen mit gutem Beispiel voran. Aber auch für die Wirtschaft fordern wir ein Gleichstellungsgesetz, das Frauen "Halbe-Halbe" bei Jobs und Löhnen garantiert.
Der Grad gesellschaftlicher Demokratie misst sich für uns an der Freiheit von Frauen und Männern, ihr Leben frei von Rollenklischees gestalten zu können. Die gerechte Verteilung von Erwerbs-, Haus- und Erziehungsarbeit zwischen den Geschlechtern ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Zudem streiten wir für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen über ihren Körper und wollen, dass diese wirksam vor Gewalt und Diskriminierung geschützt werden.
DIE LINKE lobt anlässlich des Internationalen Frauentages 2012 zum zweiten Mal einen Preis aus, mit dem herausragende Leistungen von Frauen in Gesellschaft und Politik gewürdigt werden. Dieser Preis ist nach Clara Zetkin benannt. Als Mitbegründerin der proletarischen Frauenbewegung initiierte sie auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen zusammen mit Käte Duncker die Einführung eines internationalen Frauentages. Inspiriert von US-amerikanischen Feministinnen, einen Kampftag für das Frauenstimmrecht einzuführen, beschlossen die Frauen einen jährlichen Frauentag, der zunächst das Frauenwahlrecht einforderte. Noch 1889, auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen, erkannte sie "keine besondere Frauenfrage an". ... weiterlesen
"Seit 100 Jahren zeigen und erleben Frauen am Internationalen Frauentag, dem 8. März: Wir kämpfen gemeinsam auf der ganzen Welt für unsere Rechte und ein selbstbestimmtes Leben in Würde. Begonnen hat alles mit Streiks für bessere Arbeitsbedingungen, dem Kampf gegen den Krieg und dem Anspruch auf das Frauenwahlrecht. ..." (Aus dem Aufruf des Parteivorstandes) weiterlesen
Gesine Lötzsch: Clara und die Frauen
Ehrung: Clara-Zetkin-Frauenpreis 2011
Am 8. März jährt sich der Internationale Frauentag zum hundertsten Mal. "Mit Demonstrationen in vielen Ländern forderten Frauen ihre Rechte ein. In den ersten Jahren kämpften sie vor allem für das Frauenwahlrecht und gegen die zunehmende Kriegsgefahr. In Deutschland setzten sie sich außerdem für höhere Löhne und soziale Rechte ein", erinnert Cormelia Möhring. Wenn sich Frauen wehren, "kämpfen sie nicht nur für sich, sondern für ein gutes Leben für alle, für eine gerechte Verteilung und Bewertung von Arbeit. Sie kämpfen darum, dass alle Menschen über die Zeit verfügen können, die sie leben". MEHR
Infobrief von Wolfgang Gehrcke, MdB vom 17.3.2010
"Im internationalen Vergleich hat das Normalarbeitsverhältnis in Deutschland relativ stark abgenommen. Dabei ist der Rückgang keineswegs geschlechtsneutral. Ausgehend von einer ohnehin deutlich geringeren Basis sind traditionelle Beschäftigungsformen unter Frauen noch stärker zurück gegangen als unter Männern. Frauen sind überwiegend im Dienstleistungssektor tätig, der inzwischen erheblich stärker als das verarbeitende Gewerbe von atypischen Beschäftigungsverhältnissen gekennzeichnet ist (S. 66)."
Das findet die Bertelsmann Stiftung in ihrem Benchmarking-Bericht "Traditionelle Beschäftigungsverhältnisse im Wandel" 2010 heraus. 43,3 Prozent aller beschäftigten Frauen haben ein unbefristetes Vollzeitarbeitsverhältnis. Nur in der Schweiz und den Niederlanden sind es noch weniger. Das ist Ausdruck davon, das der gestiegene Beschäftigungsanteil von Frauen auf das Konto von Minijobs geht und darauf, dass flächendeckend sozialversicherungspflichtige Verhältnisse zerstört werden. Politisch erzeugte Armut!
Um das Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu erreichen, müssen Frauen im Durchschnitt drei Monate länger arbeiten. Niedriglöhne, Teilzeitarbeit, Mini-Jobs, schlechtere Bezahlung von Frauenberufen und offene Diskriminierung: Die Ursachen der Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern sind bekannt.
Flugblatt [pdf]