Kein Kind darf hungern

Die LINKE hatte am 09. Oktober die Fraktionsvorsitzenden der demokratischen Parteien im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau eingeladen um die Initiative „Kein Kind darf hungern“ vorzustellen und diese gemeinsam zu diskutieren und Lösungen für die Schulträger Main-Kinzig-Kreis und Stadt Hanau zu suchen.

Leider ist keine Partei dieser Einladung gefolgt oder hat sich entschuldigt. Es ist ein Armutszeugnis für die Lokalpolitiker, wenn 7.800 Kinder die im Kreis in Hartz IV-Haushalten leben, von der lokalen Politik für nicht wichtig genug erachtet werden.

  • Brot 0,49 Euro
  • Spagetti 0,59 Euro
  • Yoghurt 0,14 Euro
  • Wurst 0,59 Euro
  • Apfel 0,29 Euro
  • Wasser 0,14 Euro

Dies ist genau der Regelsatz von Hartz IV für ein 14-jähriges Kind. 2,29 € für Essen und Trinken am Tag!

Meinen Sie, das dies ausreicht um ein Schulkind vernünftig und ausreichend zu ernähren.

Viele Kinder hungern, weil sie sich die Kosten für ein anständiges Pausenbrot oder die Schulspeisung nicht leisten können. Allein ein Mittagessen in der Kopernikusschule Freigericht kostet aber schon 3 €. Armut bedeutet in diesen Fällen: Kein Geld für Klassenfahrten, Sportverein, Kino- oder Zoobesuche, keine Computerkurse. Nicht selten bedeutet Armut sitzen bleiben statt Schulabschluss.

DIE LINKE. Main-Kinzig kann diesen beschämenden und diskriminierenden Zustand nicht akzeptieren.

Mit Einführung von Hartz IV sind die Regelsätze von Schulkindern erheblich gesenkt worden. Der Regelsatz der 7- bis 14-jährigen wurde in 2005 von 65 auf 60% des Eckregelsatzes gekürzt. Vor Hartz IV waren die Regelsätze von Schulkindern von 7 bis 14 Jahren 30% höher als die von Säuglingen, bei Alleinerziehenden 20%. Beim alten Zustand wäre der Regelsatz von Schulkindern unter 15 heute bei 270 Euro statt 208 Euro.

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund hat errechnet, dass 2 bis 6-jährige für eine gesunde Ernährung im Durchschnitt 2,77 €, 7 bis 14-jährige 4,61 € und 15 bis 18-jährige 6,06 € pro Tag brauchen. Zugrunde gelegt ist der Mittelwert der Preise von Discountern und Supermärkten. Bioprodukte sind nicht drin.

Hartz IV gesteht Schulkindern nur die Hälfte der Summe zu, die für eine gesunde Ernährung notwendig wäre.

Deshalb hat die LINKE einen Antrag im Kreistag eingebracht, der die Finanzierung der Schulspeisung sicher stellt und einen weiteren Antrag zu Schulspeisung überhaupt sowohl im Kreistag und in der Stadt Hanau. Dieser Antrag beinhaltet die Schulspeisung für 5.200 Kinder in Hartz IV Familien. Dies muss kurzfristig vom Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau finanziert werden. Langfristig muss allerdings das Land Hessen ein Programm auflegen, um die Kreise und Kommunen zu entlasten, auch dies wird mit unserem Antrag gefordert.

Offener Brief an GNZ Polituren Schreiberin Rupper-Lämmer 13.10.2007